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Bart Ehrman: „In the entire first Christian century Jesus is not mentioned by a single Greek or Roman historian, religion scholar, politician, philosopher or poet. His name never occurs in a single inscription, and it is never found in a single piece of private correspondence.“ Hier mal Ehrmans Lebensgeschichte: http://de.wikipedia.org/wiki/Bart_D._Ehrman. Wenn das mal kein Beweis ist, dass Jesus NICHT existiert hat und damit verbunden auch nicht Gott. Denn ohne Jesus keinen Gott!!!

Danke für diesen Einwand. Sie wissen aber schon, dass Bart Ehrman seine Ansicht über die historische Existenz Jesu mittlerweile revidiert hat? Das ist in seinem jüngsten Buchprojekt „Did Jesus Exist? The Historical Argument for Jesus of Nazareth“ (2012) wunderbar nachzulesen.

3 Kommentare

  1. Helge Littke Helge Littke
    2. November 2013    

    Das Argument von Bart Ehrman hat gleich mehrere Probleme. Erstens würde der Hinweis auf Flavius Josephus (Jüdische Altertümer XVIII 3,3 §63f.) dieses Argument wiederlegen. Flavius Josephus ist ein römisch-jüdischer Historiker des ersten Jahrhunderts ( 37 oder 38* und ca. 100 †) der nicht nur über Jesus selbst berichtet sonderen auch über den Tod Jakobus (Jüdische Altertümer XX 9,1 §199f.), wobei er explizit Jakobus als Bruder von Jesus identifiziert. Des Weiteren erwähnt sogar der jüdische Talmud Jesus (Jeschu) direkt, in Sanhedrin 43ab. Selbst wenn die damaligen Gegner die Existenz von Jesus nicht in Frage stellen, wer sollte es dann tun?

    Zweitens, der Hinweis auf die Fehlende schriftliche, private Korrespondenz von Jesus ist ein anachronistisches Argument. Im ersten Jahrhundert war die Anzahl von Analphabeten so hoch, dass es fragwürde wäre mit wem Jesus denn eine solche Korrespondenz abhalten sollte.

    Bei der Frage ob es Jesus gab oder eben nicht, sollte man eines erwähnen. Das Argument, dass es Jesus nicht gab, ist ein Argument des 20 Jahrhunderts. Es wäre doch zu erwarten, dass falls es Jesus tatsächlich nicht gegeben haben sollte, sowohl das Judentum als auch Rom (bis 312 n.Chr.) die Existenz dieses Jesus abgestritten hätten. Dies ist aber nicht der Fall. So schreiben Publius Cornelius Tacitus (* um 58 n. Chr.; † um 120) und Plinius der Jüngere (ca. 61/62 n.Chr. – 113 oder 115†) ebenfalls über Jesus und das frühe Christentum.

    Wie oben auch schon erwähnt ist selbst, der nicht unumstrittene, Bart Ehrman von der Existenz Jesu überzeugt.

  2. Schaus Hans Schaus Hans
    31. Dezember 2013    

    Es zweifelt kaum jemand daran, dass Jesus gelebt hat, aber ist er das was man von ihm sagt ? Es gibt unzählige Bücher über ihn, am Ende ist er nur ein rekonstruierter Jesus. Sich auf die Evangelien zu verlassen ist sehr wenig, diese sind voller Widersprüche daher nicht zuverlässig. Als der Mensch Gott eine Stimme gab, hat jeder gehört was er gerne hören möchte. Sie zitieren Lüdemann, aber nicht sein „Brief an Jesus“ ? Solange die Theologen sich nicht auf einen Gott einigen können, kann ich nicht Glauben ? Sie haben sich grosse Mühe gemacht, aber das genügt mir nicht, dazu könnte ich noch vieles sagen. Viel Glück im Neuen Jahr

    • Stephan Lange Stephan Lange
      31. Dezember 2013    

      Lieber Herr Schaus, danke erst einmal für Ihren Kommentar. Natürlich haben Sie Recht, unbestritten gibt es den Standpunkt wie den Lüdemanns. Innerhalb Deutschlands findet diese Meinung allerdings weniger Konsens, weltweit gesehen ist dieser Standpunkt sogar verschwindend gering und glänzt wohl nur deshalb so stark, da er eben die extremste Minderheitsmeinung darstellt. Davon sollte man sich aber m.A. nach nicht verrückt machen lassen. Prüfen Sie aber gerne die Minderheitsmeinung (Jesu Worte wurden verfälscht, z.B. Lüdemann) und die Mehrheitsmeinnug (Jesu Worte sind historisch glaubwürdig, z.B. Jens Schröter, Franz Stuhlhofer, Gerd Theißen, F.F. Bruce etc.).

      Und bei allem gebührenden Respekt: Die Sichtweise „Solange die Theologen sich nicht auf einen Gott einigen können, kann ich nicht glauben“ halte ich für bedenklich. Warum? Weil es beim christlichen Glauben letztendlich um die Frage geht, ob Jesus wirklich auferstanden und deshalb für mein ganz persönliches Leben wichtig ist. Da können Theologen – egal, welchen Standpunkt sie vertreten – nicht wirklich helfen. Warum sollte das mit Jesus und seiner Auferstehung falsch sein, nur weil Theologen sagen, dass es falsch ist? Aber natürlich auch: Warum sollte das mit Jesus und der Auferstehung stimmen, nur weil Theologen sagen, dass es stimmt?

      Sie sehen wahrscheinlich auch: Bei der Frage, ob Jesus wirklich auferstanden, lebt und deshalb auch heute noch erfahr- und erlebbar ist, da können uns selbst die Theologen keinen guten Rat geben – allenfalls Hinweise. Ich kann daher nur empfehlen, die vermeintlich deutsche Tugend der „Autoritätsgläubigkeit“ abzulegen und selbst zu prüfen, ob das mit Jesus stimmt.

      Und bei allem Ihnen natürlich auch viel Erfolg & Segen im neuen Jahr 2014.

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