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In welchem Medium und durch welche „Organe“ kann ein ewiger, unerschaffener, unendlicher Gott wirksam werden? Dazu zähle ich auch wahrnehmen, wissen, urteilen… Landet man dabei nicht immer entweder bei einem Anthropomorphismus oder bei einem Pantheismus?

Danke für diese gute Frage erst einmal. Ganz technisch gesehen kann sich ein allmächtiger Gott natürlich in jedem „Medium“ oder „Organ“ offenbaren. Im christlichen Verständnis zeigt sich Gott aber gerade, letztlich und vor allem in der Person Jesus Christus – an einem pantheistischen Offenbarungsstil hat der Gott der Bibel kein Interesse.

Wir müssen daher die Fragen „Wie kann Gott sich zeigen?“ und „Wie zeigt sich Gott?“ unterscheiden.

4 Kommentare

  1. Jonas Jonas
    5. März 2017    

    Ich würde mich aber doch für dieses „ganz technisch“ interessieren.

    Ich hatte nicht nach „offenbaren“ gefragt!
    Eine Offenbarung ist ja schon ein sehr komplexer Vorgang: Dabei stelle ich mir jemanden vor, der denkt, plant, will, einfühlt, antizipiert, bewegt, einpflanzt etc.
    Eine Umdeutung des Offenbarens als etwas Einfaches lasse ich nicht gelten. Denn damit würde der allgemeinverständliche Sinn dieses Wortes aufgegeben. Dann ist keine Verständigumg mehr möglich…

    Keine der oben genannten Einzeltätigkeiten kann ich mir im göttlichen Maßstab denken, ohne eine Art Riesenmensch vorauszusetzen – was ja auch für Christen eine irrige Vorstellung wäre.

    Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma ist dann doch, anzunehmen, dass Gott durch seine Allmacht und Allgegenwart tatsächlich alles bewirkt. Seine „Gedanken“ und „Taten“ sind dann in der uns umgebenden Welt immanent. Dabei wäre alles göttlich, alles irgendwie geplant, Jesus und Buddha nur Einzelerscheinungen in einem Meer des göttlichen Einerleis…

    • Stephan Lange Stephan Lange
      6. März 2017    

      Hallo Jonas,

      danke für deinen Kommentar! Und nun in der Hoffnung, dich richtiger verstanden zu haben, mein Antwortversuch:

      Im christlichen Verständnis bewirkt Gott nicht alles – er bewirkt z.B. keine realen Entscheidungen des Menschen. Für bzw. gegen was gegen sich ein Mensch entscheidet, dass ist und bleibt allein seine Angelegenheit, Gott mischt sich hier nicht ein. Wir haben nun einmal maximale Entscheidungsfreiheit – wir haben selbst die Wahl, uns für oder gegen Gott zu entscheiden.

      Hilft dieser Gedanke?

    • Stephan Lange Stephan Lange
      6. März 2017    

      Hallo Jonas,

      danke für deinen Kommentar! Und nun in der Hoffnung, dich richtiger verstanden zu haben, mein Antwortversuch:

      Im christlichen Verständnis bewirkt Gott nicht alles – er bewirkt z.B. keine realen Entscheidungen des Menschen. Für bzw. gegen was gegen sich ein Mensch entscheidet, dass ist und bleibt allein seine Angelegenheit, Gott mischt sich hier nicht ein. Wir haben nun einmal maximale Entscheidungsfreiheit – wir haben selbst die Wahl, uns für oder gegen Gott zu entscheiden.

      Hilft dieser Gedanke?

      • Jonas Jonas
        6. März 2017    

        Ich verstehe nicht wann und nach welchen Kriterien Gott „wirkt“. Jetzt haben Sie darauf hingewiesen, dass wir frei in unseren Entscheidungen sind. Gott „entscheidet“ also, dass er hier nichts „bewirkt“. Mein prinzipielles Problem bleibt:

        Es geht mir um das Gottesbild der monotheistischen Religionen (das meiner Meinung nach irrational ist).

        Ich kann mir da ehrlich gesagt nichts drunter vorstellen. Die meisten Ausführungen laufen im Christentum auf eine Art Dämon, eine Kraft oder ein Einzelgott (wie einer der alten Griechen) hinaus. Ein Beispiel:

        Die Möglichkeit zu sprechen erfodert meines Erachtens zumindest ein Sprachsystem, das Wissen darum, Sprechorgane und ein Trägermedium. Wenn Gott allgegenwärtig und allmächtig ist, kann ich mir keinen sinnvollen Zusammenhang denken, wie etwas, das alles durchdringt, Informationen speichern und abrufen kann. Ich kann auch nicht erkennen, wie das Allumfassende so „klein“ wird, dass es Schallwellen produziert. (Außer, wie gesagt, dass diese Informationen und Klänge allem irgendwie inhärent sind.)

        Ich gehe natürlich davon aus, dass Polytheismus unsinnig ist, aber:
        Ein Gott des Meeres, der in zumindest menschenähnlicher Form denkt und spricht – und der meinetwegen auch eine Art Fernwirkung auf Wassermoleküle ausüben kann -, ist m.E. nicht so widersprüchlich wie der Gott der monotheistischen Religionen.

        Ich glaube nicht, dass wir wirklich weiter kommen.
        Wahrscheinlich versuche ich in Ihren Augen, etwas erkennen zu wollen, das uns prinzipiell verborgen bleibt. Ich kann das (als Konfessionloser) aber nicht akzeptieren. Zumal mystische Bilder Gottes (die alle Richtung Pantheismus, Holismus weisen) ja in allen Religionen existieren. Diese können in ihrer Abstraktheit bei mir eher überzeugen. Ein weiteres Plus: Ihre Zurückhaltung bei ethischen Aussagen.

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