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Während ich von den ersten beiden Kapiteln Ihres Buches recht angetan bin, geht es mir ab dem vierten Kapitel zunehmend gegen den Strich. Alles läuft darauf heraus, die biblischen Wundergeschichten als historisch real darzustellen und gipfelt schließlich in der körperlichen Auferstehung Jesu.

Für mich wäre eine körperliche Auferstehung Jesu überhaupt kein vernünftiger Grund für den Glauben an Gott, weil das wundersame wieder lebendig werden einer Leiche allgemein anerkannten Naturgesetzen widerspräche. Wäre das tatsächlich wahr, dann könnte ich daraus keine vernünftige Aussage über Gott ableiten, außer vielleicht, dass Gott in diesem speziellen Fall seinen eigenen Prinzipien untreu wurde.

Genau das wäre dann aber gerade kein geeignetes Ereignis, auf dem ich meinen Glauben im Sinne von „Vertrauen auf Gott“ begründen kann. (Mein Vertrauen in einen Menschen begründe ich ja auch nicht auf der Grundlage eines Einzelereignisses, das überhaupt nicht zu seinem sonstigen Verhalten passt.)

Als Naturwissenschaftler kann ich dazu nur sagen, dass es derlei Kuriositäten im Rahmen gut verstandener Naturgesetze – Gott sei Dank – extrem selten gibt (normalerweise nur aufgrund ungenauer oder falscher Informationen), denn meinen Glauben an Gott begründe ich lieber im Sinne des zweiten Kapitels Ihres Buches („Gott ist eine vernünftige Erklärung dafür, warum das Universum verstehbar ist“). Also auf Zusammenhänge, die ich verstehe, und nicht auf unverständliche Auferstehungslegenden im Sinne von „Hokuspokus und leer war das Grab“.

Danke für Ihren guten kritischen Kommentar. Die körperliche Auferstehung Jesu will ja auch gar kein vernünftiger Grund für den Glauben an Gott sein, sondern ist – sofern denn wirklich stattgefunden (wofür ich plädiere) – eine Bestätigung des Selbstverständnisses Jesu. Wenn die Auferstehung stimmt, dann stimmt z.B. auch, wenn Jesus von sich als „dem Menschensohn“ spricht, meint in jüdischen Kontext also: Weltherr & Weltrichter = Gott in Person.

Und wenn die Auferstehung wirklich stattgefunden hat, dann stimmt es auch, dass wir wirklich nicht nur durch unser Tun & Handeln zu Gott kommen, sondern ausschließlich durch die ernsthafte Inanspruchnahme des Angebots zur Sündenvergebung, die uns Gott in Jesus am Kreuz macht.

Wenn es nun vernünftig ist, die Auferstehung Jesu historisch ernst zu nehmen, dann ist eben auch vernünftig, die Person Jesus mit all seinen steilen Aussagen ernst zu nehmen. Vor wenigen Tagen erschien passend zum Thema gerade ein hilfreiches Video dazu, schauen Sie gerne einmal rein:

Christsein meint im Kern eine vertrauensvolle Beziehung mit Jesus – das geht natürlich nur dann, wenn dieser Jesus wirklich lebt und somit (auch noch heute noch) wirklich erlebbar ist. Ein abstraktes Gottvertrauen ist nicht das, was die Auferstehung anzubieten hat.

Das Kuriose ist meiner Sicht ist aber – und ich formuliere es einmal als Gegenfrage: Wenn Sie mit Gott(es Existenz) kein Problem haben, warum ist dann das Thema „Auferstehung“ eines für Sie? Wenn Gott existiert, kann er problemfrei Jesus von den Toten auferwecken. Verletzt er damit die Naturgesetze? Ich zitiere aus „Begründet glauben“ von S. 116:

Dass in der Weltgeschichte um die 100 Milliarden Menschen nicht von den Toten auferstanden sind, ist nur ein Beleg dafür, dass tote Menschen tot bleiben, wenn Gott nicht eingreift. Aber wenn Gott existiert und er Jesus von den Toten auferwecken will, dann liegt Jesus‘ Chance, auferweckt zu werden, bei 100%. Die Frage, ob die Auferstehung wirklich stattgefunden hat oder nur symbolisch zu verstehen ist, hängt also einzig und allein von der Frage ab, ob Gott existiert.

 

 

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