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6. Argument: Wieso braucht Gott Anbetung und warum wird er schwach, wenn ihn keiner anbetet?

Zwar kein Argument gegen Gott, aber eine gute Frage, die jedoch gleich zwei Dinge unterstellt, die ich so nicht unterschreiben würde: a) Gott braucht Anbetung und b) Gott wird schwach, wenn das keiner tut. Ich denke: Gott braucht uns nicht. Es bestand für ihn keine Notwendigkeit, Menschen zu erschaffen – es war sein freier und freiwilliger Entschluss, kein notwendiger. Warum braucht er uns nicht? Weil er bereits in der Dreieinigkeit seines eigenes Wesens vollkommen erfüllt und zufrieden ist. In dieser ewigen, zeitlosen Liebesbeziehung, in der Gott zu sich selbst steht (also Gott-Vater zu Gott-Sohn zu Gott-Geist), ist bereits komplette Erfüllung, komplette Glückseligkeit. Gott ist also schon im höchsten Maße glücklich.

Vor dem Hintergrund unserer Frage bedeutet das, dass die Schöpfung nicht zum Nutzen bzw. Vorteil Gottes ist. Sondern: Unsere Schöpfung ist zu unserem Vorteil: Wir als endliche Personen bekommen die Möglichkeit, in Beziehung mit dem ewigen Gott treten zu können, ihn persönlich kennen zu lernen. Mit etwas mehr christlichem Vokabular gesprochen, heißt das also: Nicht nur das Angebot der Errettung geschieht aus Gnade – auch unsere Erschaffung ist aus Gnade.

Von daher würde ich sagen: Gott braucht uns nicht. Wir brauchen Gott. Und (nicht nur) aus christlicher Sicht wird das spätestens dann deutlich, wenn wir die Grenzen unseres Lebens überschritten haben. Wenn das mit Gott also stimmen sollte, ist die letztendliche Tragödie des Lebens die, dass so viele Menschen freiwillig das Angebot Gottes ausschlagen, mit Gott selbst in Beziehung zu sein.

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