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Fühlen Sie sich persönlich bei der Existenzfrage Gottes befangen? Ich habe immer die Angst, dass ich nur an ihn glauben will und eine objektive Sichtweise ist ja eigentlich nicht möglich für ein Individuum.

Danke für diese gute Frage. Als ich vor einigen Jahren zum Glauben an Jesus kam, verspürte ich keine Notwendigkeit oder Druck, nun unbedingt Christ werden zu wollen bzw. zu müssen. Es war viel eher die Neugierde, die mich zur Frage trieb, ob es denn eigentlich stimmt, was Christen glauben. Da mein Elternhaus wohl auch eher als atheistisch/agnostisch zu bezeichnen ist, hatte ich auch aus dieser Ecke keinerlei „Vorbelastungen“.

Nun kenne ich Ihren Hintergrund natürlich nicht. Vielleicht ist er ja ähnlich wie meiner, vielleicht entstammen Sie aber auch einer christlichen Familie, wo es einfach üblich war, sonntags in die Gemeinde zu gehen und generell an Gott zu glauben.Falls sie zur zweiten Kategorie zählen, gehören Sie natürlich der großen Mehrheit an – aber gerade Leuten, die von Grund auf christlich sozialisiert wurden, kann ich immer wieder nur empfehlen, sich die folgende Frage zu stellen:

Stimmt das eigentlich, was ich glaube? Stimmt es, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist?

Und seien Sie unbesorgt: Glaube hat Gründe – ist logischerweise nicht beweisbar, doch aber gut begründbar und braucht sich auch vor harten Rückfragen nicht zu verstecken. Gerade weil ich als Christ ja davon ausgehe, dass die Wahrheit mich gepachtet hat, brauche ich auch keine Angst davor zu haben, sie kritischen Fragen auszusetzen.

Ich beschäftige mich nun seit einigen Jahren sowohl mit den „objektiven“ Gründen, die man für den christlichen Glauben anbringen als auch den Argumenten, die man gegen ihn anführen kann. Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass es solche Art von Gründen braucht; gerade wenn man mit Leuten ins Gespräch kommt, die verstandesmäßige Anfragen haben. Schon im Neuen Testament heißt es ja, dass Christen allezeit bereit sein sollen, Rechenschaft abzulegen über die Hoffnung, die sie trägt (1Petr 3,15).

Glaube braucht Gründe aber auch dann, wenn Christen selber in Anfechtungen hineinkommen; wenn die Beziehung zu Gott in eine Krise gerät und sich die Frage aufdrängt, warum man denn an Glaube, Gemeinde und Gott überhaupt festhalten soll. Vor diesem Hintergrund kann ich Ihnen nur empfehlen, sich einmal mit den objektiven Gründen für den Glauben auseinanderzusetzen. Eine ausführliche Auswahl finden Sie in der Blogkategorie „Meine Argumente für Gott“, aber es gibt natürliche auch fabelhafte Bücher zum Thema. Allen voran sicherlich Timothy Kellers „Warum Gott? Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit?“ (2013).

Natürlich kann es letztlich nicht bei einer objektiv gut begründeten Sichtweise bleiben, da stimme ich Ihnen vollkommen zu. Nein, objektive Gründe können maximal so weit führen, dass man für einen probeweisen Schritt des Vertrauens eine für sich ausreichend gut begründete Basis hat – von dort aus kann dann der “eigentliche” Test losgehen:

Stimmt es, dass Jesus lebt und daher auch heute noch erlebbar ist?

Und wenn Sie bei einer Frage einmal nicht weiterkommen, haken Sie gerne weiterhin nach.

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