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46: Glaubt man nur an die Bibel, um der gefürchteten Hölle zu entgehen? Gibt es die Sündenvergebung durch Jesus nicht erst seit Martin Luther?

Danke für diese Frage, die eigentlich im vorherigen Argument aufkam, ich aber so gut finde, dass ich sie gerne gesondert beantworten möchte. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich glaube aus dem Grund an die Bibel, weil ich objektiv wie subjektiv davon überzeugt bin, dass das mit Jesus stimmt. Christen glauben in erster Linie ja nicht an ein Buch, sondern in erster Linie an die Person Jesus Christus. Die Bibel ist also nicht wahr, weil das Menschen behaupten. Nein, die Bibel ist wahr, weil das mit Jesus wahr ist. Dass er lebt und auch heute unzweifelhaft erfahrbar ist.

Bei meiner Entscheidung für Jesus spielte der Gedanken an die Hölle keinerlei Rolle. Meine Suche begann u.a. mit der Frage, ob das Versprechen Gottes wirklich gilt:

„Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich euch.“ (Jeremia 29,13)

„Bittet Gott und er wird euch geben! Sucht und ihr werdet finden! Klopft an und euch wird die Tür geöffnet. Denn wer bittet, der bekommt. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet.“ (Matthäus 7,7-8)

So begann meine Suche und sie endete damit, dass ich nicht nur historisch-plausible Gründe für die Glaubwürdigkeit Jesu und die Möglichkeit seiner Auferstehung fand, sondern – vielleicht noch wichtiger – auch gute subjektive Gründe dafür, dass Jesus wirklich lebt und deshalb erlebbar ist. Diese Kombination aus objektiven und subjektiven guten Gründen für Jesus war für meine Entscheidung, Christ zu werden, fundamental.

Es gibt im Leben nun einmal keine wasserdichten Entscheidungen. Glaube ist immer auch ein Wagnis, das gilt für alles andere im Leben aber auch. Das gilt z.B. auch für das „Auf-Distanz-zum-Glauben-bleiben“. Sicherlich kann man niemals 1000%-ig beweisen, dass der Glaube stimmt – aber eben auch nicht das Gegenteil. Ich konnte also, so lange ich auf Distanz blieb, nie eindeutig wissen, ob ich nicht das Allerwichtigste und Entscheidende verpasse. Und rausfinden, ob man wirklich zu einer Gewissheit im Glauben kommen kann, konnte ich eben nur, wenn ich mich – zumindest probeweise – drauf einließ.

Sicherlich soll man so etwas nicht überstürzen; nicht einfach beschließen etwas zu glauben, nur weil es gut tut. Und auch nicht das Gegenteil: Sich aus lauter Suche nach 100%-iger Sicherheit eben gar nicht zu entscheiden, was selbst ja auch eine (versteckte) Entscheidung ist. Und es war immer klar für mich: Ich lasse, wenn ich mich auf den Glauben einlasse, meinen Verstand auch weiterhin eingeschaltet. So dass ich mich bei jedem Schritt immer neu fragen kann:

„Macht das Sinn? Überzeugt es mich wirklich? Werde ich dadurch aufrichtiger, echter oder schneidet es einen Teil meines Denkens und meiner Persönlichkeit ab? Verstehe ich die Welt besser als vorher?“ usw.

Das sind alles sozusagen „Sicherheitsabfragen“, um sich zu vergewissern, dass man auf dem richtigen Weg ist. Ich stelle sie mir natürlich auch heute noch.

PS. Und die Sündenvergebung durch Jesus gibt es natürlich nicht erst seit Luther, der hat schließlich „nichts“ weiter getan, als die Bibel in eine damals allgemein verständliche Sprache zu übersetzen. Nein, die Verweise auf die Sündenvergebung durch Jesus finden sich u.a. in den Lebensbeschreibungen Jesu selbst oder auch zum Beispiel im Brief an die Römer, vgl. etwa Kapitel 3-5.

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