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Wenn ein Christ Suizid begeht, kommt er dann in den Himmel?

Danke für diese Frage. Zunächst einmal möchte ich hoffen, dass Sie an diesem Thema eher ein intellektuelles als ein persönliches Interesse haben. Falls doch – und man weiß ja nie – möchte ich Ihnen raten, sich Menschen Ihres Vertrauens zu suchen und mit diesen über diese Thematik zu sprechen. Mein Antwortvorschlag ist nun eher an die gerichtet, die an dieser Frage ein intellektuelles Interesse haben.

Christen glauben, dass Gott Herr über Leben und Tod ist und das ausnahmslos für jeden Menschen gilt. Deshalb hat niemand von uns das Recht, sein Leben zu nehmen. Daraus folgt, dass Selbstmord in Gottes Augen ein Fehlverhalten darstellt. Nichtsdestotrotz gibt es viele Menschen, die im Zustand eingeschränkter Willensbestimmung bzw. Geistestätigkeit Selbstmord begehen; Auslöser können Depressionen, Angst, Verfolgungswahn und Schizophrenie etc. sein. Ich möchte an dieser Stelle aber nicht weiter darauf eingehen werden, wann Selbstmord Sünde und wann es eventuell durch eine Krankheit unverschuldet dazu gekommen ist. Ich denke nur, dass man in der Beurteilung solcher Fälle sehr vorsichtig sollten sein.

Kommen wir aber zur eigentlichen Frage: Kommt ein Christ, der Selbstmord begeht, in den Himmel? Dazu ist zunächst einmal zu sagen, dass Selbstmord nicht das Verhältnis des Menschen zu Gott ändert. Das heißt: Wenn eine Person für sich erkannt hat, dass sie Dinge in ihrem Leben getan hat, die ein heiliger und gerechten Gott nicht gutheißen kann (und daher gezwungenermaßen bestrafen muss), sie diese Dinge vor Gott bereut, indem sie den stellvertretenden Tod Jesu für sich in Anspruch nimmt, ist sie Christ und kann nicht verloren gehen – auch dann nicht, wenn sie ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hat. In Römer 8, 38 heißt es,

dass weder Tod noch Leben … weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, … noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann.

Das Wort „Tod“ schließt keine Form des Todes aus und in dem Ausdruck „Geschöpf“ sind auch wir selbst eingeschlossen. Außerdem gibt es auch nchts, was in Zukunft geschehen mag, das uns von Gott trennen könnte.

Natürlich kann ich nie mit letzter Sicherheit sagen, ob sich jemand wirklich für Jesus entschieden hat oder nicht. Das steht mir auch gar nicht zu, das zu beurteilen. Aber wir dürfen aus 2. Timotheus 2,19 wissen, dass Gott „die kennt, die sein sind“. Für uns gilt der zweite Teil dieses Verses: „Wer sich zum Herrn bekennt, trenne sich von allem, was unrecht ist.“ Da Selbstmord Sünde ist, sollten auch Christen davon absehen und ein Auge für solche haben, die in schweren Nöten oder Depressionen sind, um ihnen zu helfen oder dafür zu sorgen, dass ihnen geholfen wird, damit es nicht zu solch einer Handlung kommt.

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