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Zwei gute Gründe für Gott.

Dem World Factbook der CIA zufolge, vertraten im Jahr 2010 etwa 11% der Weltbevölkerung eine atheistische bzw. keine religiöse Weltsicht. Und gerade bei Atheisten handelt es sich um diejenigen, die fest davon überzeugt sind, dass es keinen Gott gibt. Was sind aber die Gründe, die dagegen sprechen? Die am häufigsten erwähnten möchte ich im Folgenden einmal kritisch beleuchten. Und mich dann im Anschluss der Frage widmen: Gibt es hingegen gute Gründe, die für die Existenz Gottes sprechen?

Argumente gegen Gott

Die Gründe gegen Gott sind relativ unterschiedlich. Es gibt heutzutage nicht wenige Menschen, die sagen z.B. Folgendes:

Ich habe Gott noch nie gesehen. Deshalb kann es eigentlich keinen Gott geben.

Sie haben ja wahrscheinlich auch schon mal von Juri A. Gagarin gehört, dem sowjetischen Kosmonauten, der als erster Mensch im Weltraum war. Der soll ja genau dasselbe gesagt haben, als er aus dem Bullauge seiner Kapsel herausschaute  und nirgends Gott sah und daraufhin zu der Aussage kam: „Es kann keinen Gott geben.“ Das ist natürlich nur wenig überzeugend, denn wir alle wissen ja, dass es auch in unserem persönlichen Alltag viele Dinge gibt, die wir zwar nicht sehen können, von deren Existenz wir aber trotzdem überzeugt sind. Zum Beispiel die radioaktive Strahlung. Die kann niemand sehen, noch fühlen und dennoch wissen wir, dass sie da ist.

„Moment“, sagen nun manche. „Diese Strahlung lässt sich aber feststellen und nachweisen, z.B. mit dem Geigerzähler.“ Das stimmt natürlich, meine Frage wäre dann aber: „Wie war es denn um die radioaktive Strahlung vor 200 Jahren bestellt? Dort hatte niemand die Möglichkeit, sie zu beweisen. Gab es damals keine radioaktive Strahlung, weil sie damals niemand sehen, fühlen, noch sonstwie beweisen konnte? Und die Antwort muss lauten: „Natürlich gab es sie.“ Und ganz ähnlich ist es ja auch mit Gott.

Richard Dawkins

Es gibt ja aber noch zahlreiche andere Argumente gegen Gott. In seinem Buch „Der Gotteswahn“ vertritt Richard Dawkins z.B. die These, dass es keinen Gott geben kann, da die meisten Wissenschaftler heutzutage nicht gläubig sind. So behauptet er zumindest. Aber selbst, wenn das wahr wäre und die Mehrheit aller Wissenschaftler nicht an Gott glauben: Was sagt uns das über die Existenz Gottes? Die Antwort ist einfach: Nichts. Warum auch?

Und Dawkins gibt noch ein weiteres Argument gegen Gott, er sagt: „Der Glaube an Gott ist ein Produkt der Evolution.“ Dieser Ansicht zufolge sind hier die so genannten Meme verantwortlich, die bereits bei den Urmenschen aufgetreten sein sollen. Hier hätte man eben eine Autorität gebraucht, auf die man vertraut und an die man glaubt. Diese Autorität sei erst einmal der Vater und wenn man dann mal selbst erwachsen ist, ein „himmlischer“ Vater. Und theoretisch klingt diese These ja sehr spannend. Aber auch hier wäre wieder meine Frage: Wer weiß, ob das je stattgefunden hat? Ob die Urmenschen wirklich so gelebt haben?

Und wenn sie so gelebt haben, dann müsste man dem Atheisten ja sagen: „Dann müsstest Du doch erst Recht von der Existenz Gottes ausgehen, denn anscheinend hat die sich doch als vorteilhaft für den evolutionären Prozess entpuppt. Dann haben ja die Menschen überlebt, die gläubig gewesen sind. Warum also den Menschen den Glauben an Gott wegnehmen, wenn er ihnen doch gut tut?

Außerdem: Selbst wenn das mit der Evolution stimmt, was sagt sie über die Existenz Gottes? Die Antwort ist einfach: Gar nichts. Die Evolutionstheorie will bloß beschreiben, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat. Und was sagt das über Gott? Nichts. Es könnte ja sogar einen Gott geben, der dahinter steht und das Ganze „anschiebt“. Oder es könnte ein Gott sein, der einfach zuschaut – wie bei einer Art Experiment. Der sich sagt: „Lassen wir das Ganze sich mal entwickeln und schauen wir zu.“ Ich will nun nicht sagen, dass an diesen Gott glaube, verstehen Sie mich richtig. Aber es wäre zumindest denkmöglich.

Ludwig Feuerbach

Ein weiteres bekanntes Argument gegen Gott stammt von Ludwig Feuerbach, der im 19. Jahrhundert argumentiert hat, dass es Gott nicht gäbe, denn Gott sei nur eine Projektion der menschlichen Wünsche. Und Feuerbach hat ja sogar Recht. Es gibt Menschen, die machen sich ein eigenes Gottesbild. Von einem Gott, den es außer in ihrem Kopf nicht gibt. Diese Kritik Feuerbachs ist also gar nicht so verkehrt, aber das, was hinter diesem Argument steht, gilt es meiner Ansicht nach in Frage zu stellen. Denn wenn sich jemand ein eigenes Gottesbild macht, dann sagt das ja nichts darüber aus, ob es Gott gibt oder nicht. Man kann sich ja ein Gottesbild machen  und unabhängig davon existiert Gott eben doch. Das ist absolut denkmöglich.

Marx & Lenin

Etwas später argumentierte dann Karl Marx gegen Gott. Er war der Ansicht, dass Gott und Religion „Opium des Volkes“ sei. Er beobachtete nämlich, dass die Menschen als es ihnen zur Zeit der industriellen Revolution schlecht ging, sie Trost und Hilfe bei Gott gefunden haben. Und nun wollte er ihnen die Hilfe wegnehmen, damit sie bereit waren zur kommunistischen Revolution. Deshalb war Marx ihnen vor: „Gott ist so ähnlich wie Opium. Es beruhigt, es gibt Frieden im Leben.“ Aber ist das wirklich ein Argument gegen die Existenz Gottes? Müsste man nicht sogar viel eher sagen, dass das ein Argument für Gottes Existenz ist? Denn wenn es mir schlecht geht und Gott mich tröstet und mir im Alltag hilft, dann ist das doch kein Argument dafür, dass er nicht existiert.

Lenin hat das Argument dann später etwas verändert und meinte, Religion sei Opium für das Volk. Der Hintergrund ist, dass er meinte: Die Regierenden benutzen die Religion, um Menschen zu unterdrücken. Und da hat er ja tatsächlich Recht. In der Vergangenheit wurde der Gedanken an Gott von Regierungen oft missbraucht, vornehmlich um Leute ruhig zu halten. Aber das ist ja auch kein Argument gegen die Existenz Gottes.

Sigmund Freud

Dann gab es noch Sigmund Freud, der Anfang des 20. Jahrhunderts davon ausgegangen ist, dass Religion und Gott so etwas wie eine kollektive Psychose. Also wären alle Menschen, die an Gott glauben, letztendlich krank. Meine Frage wäre aber: Warum ist er so sicher, dass es bei Gott um solch eine kollektive Psychose handelt? Das ist im Grunde nicht weiteres als eine Behauptung. Man könnte ja im Umkehrschluss genauso behaupten: Diejenigen, die Atheisten sind, leiden an einer kollektiven Psychose. Denn wer kann wirklich entscheiden, ob nun der richtig liegt, der an Gott glaubt oder aber nicht an Gott glaubt? Also auch hier überzeugt dieses Argument nicht so wirklich.

Friedrich Nietzsche

Eine weitere Person, die den Atheismus maßgeblich beeinflusst hat, war der Philosoph Friedrich Nitzsche. Dieser führte den Menschen in seiner Parabel vom „tollen Menschen“ vor Augen, wie es ist, wenn es Gott nicht gibt. Aber Nietzsche war ja nun keinesfalls der triumphierende Atheist, also nach dem Motto: „Na endlich sind wir Gott nun los!“ Nein, Nietzsche war vielmehr der verzweifelte Atheist, der zu der Erkenntnis kam: Wenn Gott weg ist, dann bricht eigentlich alles zusammen. Ich kann jedem nur empfehlen, das einmal nachzulesen. Er sagt zum Beispiel:

Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?

Und da kann man nur sagen: Nietzsche ist ein Atheist, der erkannt hat, was es wirklich heißt, wenn es Gott nicht gibt. Wenn alles wegbricht.

(Weitere Argumente gegen Gott und meine kritische Auseinandersetzung mit ihnen können Sie übrigens hier nachlesen)

Argumente für Gott

Es reicht aber natürlich nicht, nur zu sagen: Es gibt keine wirklichen Argumente gegen die Existenz Gottes. Denn nur, weil es die nicht gibt, heißt das ja noch lange nicht, dass es Gott deshalb gibt bzw. geben muss. Nein, das wäre töricht, so zu denken. Da braucht es schon plausible Argumente für Gott. Gibt es etwas, das für die Existenz Gottes spricht? Die gibt es, aber wer naturwissenschaftliche Beweise fordert, der muss leider enttäuscht werden.

Das liegt nun aber nicht an der Existenz Gottes, sondern daran, dass die Naturwissenschaft gar keine Möglichkeit hat, Gott zu untersuchen. Wie wollte sie das auch? Wie kann die Biologie, die Physik oder die Chemie Gott denn untersuchen? Gott ist ja kein Gegenstand dieser Welt, den wir aus der Natur herausnehmen können und ihn dann irgendwie untersuchen und schließlich nachweisen zu können. Nein, wenn Gott so ist, wie ihn ja wirklich alle Religionen beschreiben, dann ist er ein Geistwesen – ein jenseitiges Wesen, das nicht an Raum und Zeit gebunden ist. Wer also naturwissenschaftliche Beweise sucht, der muss wie gesagt enttäuscht werden.

Letztendlich können wir von Gott nur dann etwas sagen, wenn er sich uns mitteilt. Wenn er Kontakt mit uns aufnimmt. Das ist ja übrigens genau das, was Christen behaupten. Und dann können wir Gott nicht beweisen, sondern können ihn nur „nach-denken“, seine Spuren beobachten, die er hinterlassen hat.  Diese „Spuren“ kann man auch gerne als „Argumente für Gott“ bezeichnen. Ich möchte hier nur einmal auf zwei von ihnen näher eingehen.

Eine erste Spur

Die kritische Auseinandersetzung mit einer der ersten Spuren hat vor wenigen Jahren immerhin den renommiertesten & schärfsten Atheisten des 20. Jahrhunderts, Antony Flew, zum Deisten werden lassen. Flew war über Jahrzehnte lang radikaler Vertreter einer darwinistischen materialistischen Philosophie, die Gottes Existenz ablehnt und u.a. Leuten wie Dawkins den Weg ebnete. In seinen Büchern vertrat Flew die These, man müsse Atheist sein, solange man keine hinreichenden Belege für die Existenz eines Gottes habe. Seine Konversion zum Deismus im Jahr 2005 erregte dementsprechend großes Aufsehen. Dass es einen Gott gebe, war für ihn letztlich eine Frage der empirischen Hinweise, aus denen man philosophische Schlüsse ziehen kann. Zwei Faktoren waren für Flew entscheidend, mit dem Atheismus zu brechen:

Der eine war mein wachsendes Verständnis für die Ansichten Albert Einsteins und anderer wichtiger Wissenschaftler, dass es eine Intelligenz hinter all der Komplexität des physischen Universums geben müsse. Der zweite Faktor war meine eigene Erkenntnis, dass die Komplexität selbst – die viel komplexer ist als das physische Universum – nur erklärt werden kann, wenn man eine intelligente Quelle annimmt. Auch die DNS zeigt eine nahezu unglaubliche Komplexität. Dahinter kann nur eine Intelligenz stecken.

In einem seiner letzten schriftlichen Beiträge äußerte sich Flew kritisch zum Buch “Der Gotteswahn” von Richard Dawkins, seinem einstigen Mitstreiter:

Dawkins erwähnt Einsteins wichtigste Folgerung überhaupt nicht: nämlich dass die integrale Komplexität der Welt der Physik ihn davon überzeugt hat, dass hinter den Dingen eine göttliche Intelligenz stehen muss. Wenn dieses Argument auf die Welt der Physik angewendet werden kann, finde ich persönlich es offensichtlich, dass es noch viel bedeutsamer sein muss, wenn man es auf die unermesslich kompliziertere Welt der Biologie anwendet.

Natürlich wäre es töricht, sein atheistisches Weltbild gleich über Bord zu schmeißen, “nur” weil Antony Flew das auch tat und Deist wurde. Oder weil Einstein Deist war. Aber Lebenswandlungen gerade solcher Menschen wie Flew, die sich wirklich intensivst mit der Thematik befasst haben, können ja zumindest einmal zum Nachdenken bringen. Und wenn es nur über die Frage ist, ob man wirklich alle relevanten Aspekte bei seiner Entscheidungsfindung berücksichtigt hat.

Ein zweites Argument

Darüber hinaus gibt es die Glaubenserfahrungen von Milliarden von Menschen (Muslime, Juden, Christen, Hindus etc.). Und das nicht nur in einem bestimmten Jahrzehnt oder Jahrhundert, sondern durch die Zeit hinweg. Das ist ja kein Geheimnis. Das sind Menschen, die sagen: “Ich habe diese Erfahrung mit Gott gemacht.” Und das ist natürlich ein Untersuchungsgegenstand.

Man könnte nun natürlich ganz soziologisch rangehen und sagen: “Das ist alles nur anerzogen.” Oder ganz einfach: „Das ist alles Unfug.“ Aber das genügt ja nicht, gerade nicht bei dieser großen Masse. Denn ich stelle dann ja von Vorneherein, was diese Leute gesagt haben, erlebt zu haben in Frage und sage: “Das stimmt ja gar nicht. Ich weiß besser, was Du erlebt hast.” Das ist aber aus meiner Sicht kein offener Forschungsansatz, sondern einer, der von einem festen Denksystem ausgeht – und bei dem ich das, was der andere erlebt hat, so deute, damit es in mein System passt.

Wenn ich allerdings so vorgehe, dann wird es nie Argumente geben, die mein Weltbild in Frage stellen. Das wäre dann vielleicht vergleichbar mit dem geschlossenen Weltbild des Mittelalters, wo man auch alle Dinge ins vorherrschende System gebracht hat. Da konnte man sagen, was man wollte. Wenn ich aber zumindest einmal die Möglichkeit in Betracht ziehe, mein Weltbild (testweise) in Frage zu stellen und dann vor Milliarden von Menschen stehe, die mir sagen: “Ich habe diese Erfahrung mit Gott gemacht.” könnte man sich ja sagen: “Wäre es nicht vielleicht möglich, dass da doch etwas dran ist?”

Nichts geben Skepsis, verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Skepsis ist gut und wichtig, solange es sich um eine „gesunde Skepsis“ handelt. Die bleibt zwar auf Distanz, hört sich aber zumindest an, was an Gedanken und Argumenten vorgebracht wird, und prüft dann möglichst vorurteilsfrei. Das Gegenteil, die „professionelle Skepsis“, ist dagegen eine Skepsis, die sich auch durch die besten Gründe nicht erweichen lässt. Das ist für mich die Skepsis eines Mannes, von dem ich mal gehört und habe der von sich sagte, er sei tot. Vielleicht kennen Sie die Geschichte ja:

Viele Ärzte konnten diesem Mann das nicht ausreden, bis er auf einen traf, der zu ihm sagte: “Sie glauben also wirklich, sie sind tot? Ich lese Ihnen nun einen Satz aus diesem medizinischen Lehrbuch vor und Sie sagen mir, ob Sie glauben, ob der Satz stimmt oder nicht, okay?” Der Mann willigt ein, der Arzt liest vor: “Tote Menschen bluten nicht. Glauben Sie, das stimmt?” Der Mann antwortet: “Ja, wenn’s da steht, wird es schon stimmen.” Der Arzt holt daraufhin eine Spritze und sticht dem Mann in den Unterarm. Ein dicker Bluttropfen rollt den Arm des Mannes herunter und dieser ruft begeistert: “Ein Wunder! Toten Menschen bluten doch!”

Ich für meinen Teil wünsche mir daher vielmehr gesunde Skepsis. Und wenn gesunde Skepsis zu Tage tritt, dann muss Denken nicht mehr nur dazu benutzt werden, um das zu bestätigen, was man glaubt oder eben nicht glaubt. Dann ist man offen und unvoreingenommen für andere Gedanken und Argumente, immer aus sicherer Distanz versteht sich.

Zusammenfassung

Wie ich zu zeigen versucht habe, gibt es keine wirklich guten Argumente gegen Gott, ich habe zumindest noch keine gehört. Selbst das Argument, dass es keine guten Gründe gibt, die für die Existenz (eines) Gottes sprechen, kann angesichts der zwei vorgestellten Argumente nicht wirklich aufrecht erhalten werden. Denn es gibt ja durchaus einen Untersuchungsgegenstand, mit dem man sich beschäftigen kann. Ich habe hier zum einen auf Menschen wie Antony Flew verwiesen, die ihr atheistisches Weltbild angesichts der Komplexität der Natur in Frage gestellt und letztlich sogar verworfen haben. Zum anderen haben ich auf die Glaubenserfahrungen von Milliarden von Menschen verwiesen.

Darüber hinaus habe ich für eine „gesunde“ Skepsis plädiert, die zwar auf sichere Distanz zu dem geht, was einem da so an Gedanken und Gründen angeboten wird, aber sich diesen zumindest offen und unvoreingenommen gegenüber verhält. Natürlich kann man jedes Argument für Gott von Vorneherein und prinzipiell ablehnen. Aber aus meiner Sicht wäre das, wie bereits erwähnt, kein offener Forschungsansatz. Denn wenn ich so vorgehe, wird es nie Argumente geben, die mein Weltbild in Frage stellen. Das wäre dann aber wie das angedeutete geschlossenen Weltbild des Mittelalters.

Letztlich steht es sicherlich jedem (dem Atheisten, Agnostiker und selbstverständlich auch dem Theisten) nur gut zu Gesicht, wenn er bereit ist, sein Weltbild durch vernünftige und gute Argumente zumindest einmal in Frage zu stellen. Und das wünsche ich mir natürlich nicht nur von Ihnen, sondern selbstverständlich auch von mir selbst.

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18 Kommentare

  1. 1. Juli 2015    

    Seite der Mensch anfing an Götter zu glauben, vor tausenden von Jahren biss heute, ist es noch keinem gelungen die Existenz des Gottes oder der Götter, an die er glaubte oder glaubt, zu beweisen, und es wird ihm auch nicht in de nächsten tausend Jahren gelingen. Deshalb kann ich mit einer an die Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit behaupten „es gibt keine Götter“.
    Alle Argumente, wie das der Teleologie, das Kalam und das Moral Argument, usw., sind alle restlos widerlegt worden.
    Albert Einstein war kein Deist, er war mehr ein Pantheist.
    Und das berühmte Paradepferd Anthony Flew, das alle Theisten immer wieder herholen ist eine fallacy ad verecundiam

    • Stephan Lange Stephan Lange
      20. Juli 2015    

      Lieber Albrecht, danke für Ihren Beitrag.

      Die Frage muss aber natürlich erlaubt sein: Weshalb kann nur das existieren, was wissenschaftlich beweisbar ist? Hier besteht freilich keinerlei Zusammenhang, (m)ein beliebtes Beispiel: Atome gab es auch schon vor er Zeit, bevor man sie wissenschaftlich nachweisen konnte. Atome sind aber nicht erst in dem Moment entstanden, als man sie beweisen konnte.

      Und bei allem Respekt: Ich sehe nicht, wo die von Ihnen genannten Argumente restlos widerlegt worden sind. Oder können Sie Ihre Behauptung belegen, das würde mich interessieren. Ansonsten bleibt es beim alten Motto: „Behaupten kann jeder viel, wenn der Tag lang ist.“

      Und zuletzt: Da haben Sie mein Anliegen mit der Nennung Flews missverstanden: Ich sage ja gerade nicht: Weil ein Antony Flew seine Meinung revidiert hat, muss das jeder tun. Das habe ich im Text aber auch so geschrieben.

      • Luca Luca
        15. März 2016    

        Aber ich hätte auch niemandem geglaubt das es Atome gibt, wenn er keinen Beweis hat.
        Ich glaube an das was man bewiesen hat, nicht an das was man nicht wiederlegen kann.

        • Stephan Lange Stephan Lange
          20. März 2016    

          Hallo Luca,

          danke für Ihren guten Kommentar, den ich gut verstehen kann. Aber ich befürchte, bei allem Respekt, das diese Einstellung nur denkbar, aber nicht lebbar ist.
          Warum? Weil es heutzutage viele Dinge gibt, die wir nicht naturwissenschaftlich beweisen können, trotzdem davon ausgehen: Sie können zB nicht empirisch beweisen, dass es Moral gibt oder dass die Vergangenheit wirklich existiert hat. An der Existenz dieser Dinge zweifelt aber kein normal denkender Mensch – was ja auch völlig richtig ist.

          Will sagen: Wir gehen – auch heutzutage – von Dingen aus, die wir nicht beweisen können. Aber trotzdem ist es hochvernünftig, von Dingen wie Moral oder der Realität der Vergangenheit auszugehen.

          • Luca Luca
            28. März 2016    

            Ich will nicht Respektlos klingen aber ich glaube eine Erklärung/ ein Beweis für Moral ist wahrscheinlicher als jene für ein höheres Wesen. 😛

          • Stephan Lange Stephan Lange
            29. März 2016    

            Um das Gegenteil zu zeigen, habe ich ja extra folgenden Leitartikel geschrieben 🙂

            http://www.mitdenkend.de/existiert-gott-drei-rationale-gruende/

            Viel Spaß beim Lesen – und danke für das kritische Mitdenken!

  2. Kubi Kubi
    25. März 2016    

    Finde den Beitrag wirklich sehr gut! Hierbei wird es jemandem so erklärt,dass einigen krititschen Fragen zuvorgekommen wird und die Berücksichtigung sowie Nennung so vieler Perspektiven macht den Beitrag authentisch. Ich selbst bin Muslim,habe nichts gegen andere Nationen oder Religionen,nur gegen Menschen welche sich unmenschlich verhalten und beschäftige mich auch mit den Beweisen für Gott. Beispiel ist hier der Urknall: Ich liebe dieses Argument als Widerlegung für Gott. Was war vor dem Urknall? Nichts. Was war nach dem Urknall? Alles. Seit dem Urknall ist keine neue Masse entstanden oder vernichtet worden, sie wird nur umgewandelt in Energie oder auch andersherum. Wie kann aus dem Nichts ein Impuls entstehen,der den Urknall auslöst? Energie ist abhängig von Masse,doch wo kommt die Aktivierungsenergie her,die den Knall auslöste und die erste Masse entstehen ließ,wenn es keine Masse gab?
    Dann wird gefragt wer den Gott erschaffen hat,wenn er das Universum erschuf. Tja, ein Bewusstsein,welches vermag die Zeit zu erschaffen ist doch unabhängig von Zeit, es kennt keinen Anfang und kein Ende,dies sind Wörter für eine Beschränkung ,doch Gott ist unendlich,unabhängig. Gott ist der Unabhängige,der die Abhängigkeiten erschuf: Zeit ist messbar an der Masse,welche sich durch den Raum bewegt;der Raum(ob nun Längen,Flächen oder Räumlichkeit)ist messbar an Masse,welche einen Raum begrenzt bzw. Anhaltspunkte zum vermessen gibt usw. Ich verstehe nicht wieso so viele Wissenschaftler Gott verleugnen, die Beweise sind doch überall!

    • Stephan Lange Stephan Lange
      29. März 2016    

      Lieber Kubi,

      danke für das freundliche Feedback; das freut mich, wenn der Text helfen konnte 🙂

      Herzliche Grüße
      Stephan

  3. Christoph Bieker Christoph Bieker
    21. Mai 2016    

    Es gibt ein,nur eines was glaubt seitem es sie gibt die Menschheit „Gott“ hat es geschaffen alles was es gibt!Die Menscheit muss aber sagen „wir“ haben so viel falsch gemacht und machen es immer noch das wir gar nicht in der Lage sind zu sagen „es gibt Gott“,sehr wahrscheinlich ergaben einige Einflüsse,Zustände das Vorhandensein von Materie und deren Zustände im Weltall!
    Die Menschheit ist viel zu eingebildet,hochnäsig für diese Behauptung!Angebetet werden sollte Egoismus und Dummheit,damit
    wäre der Mensch ehrlicher!

    • Stephan Lange Stephan Lange
      21. Mai 2016    

      Lieber Christoph,

      danke für Ihren Kommentar. Ich sehe allerdings nicht genau Ihren Punkt, weshalb das mit Gott nicht stimmen soll/kann? Weil man die Entstehung des Universums auch ohne Gott erklären kann? Natürlich kann man das. Aber solange die Erklärung, die Gott hierbei mitdenkt, auch vernünftig und plausibel ist – und das ist sie ja – erscheint es unvernünftig, Gott zu den Akten zu legen.

      Oder worauf wollten Sie hinaus?

  4. Sascha Sascha
    24. Mai 2016    

    Hallo, ich bin Atheist und ich finde den Glauben an einen Gott, einfach nur irrational. Für religiöse Menschen wie sie, mag es vielleicht unvorstellbar sein, dass das Universum aus dem Nichts und durch Zufall entstanden ist, aber dies ist die logische Folgerung, wenn man die Entstehungsgeschichte und den Werdegang, unseres Universums betrachtet.
    Zudem löst eine göttliche Entität, das Problem nicht, wie das Universum entstanden ist, sondern verschiebt sie nur.
    Auf der einen Seite, wollen sie den Lesern dieses Blogs einreden, dass nur ein Schöpfer das Universum erschaffen haben kann, weil es so perfekt und komplex ist, auf der anderen Seite soll, ich (und alle Gläubigen oder Unngläuben, die sie damit zu Gott bekehren versuchen), annehmen, dass eine (angeblich) allmächtige Entität schon immer vorhanden war, die mindestes ebenso komplex (wahrscheinlich sogar noch komplexer sein muss), wie das Universum selbst, dieses erschaffen hat?! Das ist einfach nicht logisch im mathematischen Sinne.
    Zudem, müssen wir Atheisten nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt, die wissenschaftliche Methode sieht nämlich vor, dass immer der jenige die Beweislast trägt, der eine Existenzbehauptung aufstellt.
    Dies ist auch kein Totschlagargument der Atheisten, sondern ist aus wissenschaftlicher und Erkenntnistheoretischer Sicht, sehr sinnvoll. Wäre dies nicht so, so könnte einfach jeder Alles behaupten und sich dann darauf berufen, dass man das Gegenteil beweisen muss.
    Religiöse Menschen behaupten, dass es einen Gott gibt und dass diese Annahme wahr ist, solange nicht das Gegenteil bewiesen würde. Genauso könnte aber ich behaupten, dass es Trolle gibt und wer was anderes sagt, deren Nichtexistenz beweisen müsse.
    Letztere Aussage, dass es Trolle gibt, ist aber nicht weniger absurd, als zu behaupten, dass eine göttliche Entität existiert.
    Es ist übrigens paradox, wie von Religionsgemeinschaften, der Begriff des Glaubens verwendet wird.
    Einerseits, wird die Existenz Gottes als unumstößliche Wahrheit angesehen, aber andererseits „muss man daran Glauben“. Dies ist ein Widerspruch an sich. Entweder man weiß etwas (Gott existiert bewiesenermaßen) oder man weiß nichts (es handelt sich um einen Glauben). Man spricht schließlich auch von Glaubens- und nicht von Wissensgemeinschaften.
    Allerdings verstehe ich dann nicht, wie man die Existenz von Gott, annehmen kann (im religiösen Sinne sogar muss), wenn man rein gar nichts, über dieses Konzept weiß.
    Ein weiterer Widerspruch von Religionen ist es, dass es angeblich Diener Gottes gibt (z. B. Priester), die helfen den göttlichen Plan umzusetzen, aber gleichzeitig ständig behaupten, dass die Wege Gottes, unergründlich sind. Wie kann ein Mensch den Plan, von etwas umsetzen, den diese Mensch gar nicht versteht und diesem sogar blind vertrauen? Dies ist vollkommen irrational.
    Es gibt bisher keinen wirklichen Beweis, dass so etwas wie ein Gott existiert bzw. zwingend existieren muss, damit diese Welt funktioniert. Spricht man religiöse Menschen darauf an, wird darauf verwiesen, dass sich Gott nicht (mehr) zeigt. Allerdings, sollte dann auch die Frage berechtigt sein, warum ich die (angeblichen) Regeln von einer Wesenheit befolgen soll, die sich sowieso nicht in dieser Welt wirkt.
    Wäre es zudem nicht Blasphemie und reinste Heuchelei, wenn ich nur deshalb diese Regeln befolgen würde, weil ich Angst hätte in die Hölle zu kommen und ins Paradies gelangen will (die Existenz dieser beiden Orte ist ebenfalls unbewiesen).
    Wie lässt sich eigentlich das Konzept eines gütigen Gottes aufrecht erhalten, wenn er einen Menschen, für unvorstellbare, ewige Qualen, in die Hölle verbannt?
    Zudem müssten sowieso, ein Großteil aller Gläubigen, in der Hölle landen, weil es schließlich ja mehr als eine Religion, mit unterschiedlichen Regeln und moralischen Vorstellungen gibt.
    Betrachtet man zudem den christlichen Gott, so stellt man fest, dass dieser frauenfeindlich und rachsüchtig ist und ständig Partei (für das jüdische Volk im alten Testament) ergreift. Um seinen Willen durchzusetzen geht dieser „gütige“ Gott, ständig über Leichen.
    Warum sollte ich an solch einen Gott glauben und mir von diesem moralische Regeln aufdiktieren lassen, obwohl dieser selbst keine Moral kennt und seine eigenen Gebote bricht (Du sollst nicht morden).
    Das neue Testament ist ebenso absurd. Ich halte es ja noch für möglich, dass es Jesus wirklich gegeben hat und dass dieser Mensch, eine sehr charismatische Persönlichkeit gewesen sein mag, da kann ich ja noch mitgehen. Aber daran zu glauben, dass eben dieser Jesus, der Sohn Gottes war, dafür gibt es keinen Beweis und ist auch sehr, sehr unwahrscheinlich.
    Generell, klingt es aber für mich ziemlich lächerlich, wenn man die große Anzahl der Sterne und Planeten im Universum bedenkt, wovon mit Sicherheit, mehr als ein Planet intelligentes Leben, hervorgebracht hat (inzwischen kennen wir die Bedingungen, recht gut, die gegeben sein müssen, damit die Entstehung von Leben, auf einem Planeten möglich ist), sich dieser Gott, sich aber ausgerechnet, nur für unseren Planeten und dessen Bewohner, zu interessieren scheint.
    Die Ganze Jesusgeschichte strotzt nur so vor Absurditäten, die dem gesunden Menschenverstand zuwiderlaufen. Hier ein paar Beispiele: Mutter war Jungfrau (wirklich?), Jesus wandelt über Wasser, Jesus verwandelt Wasser zu Wein, Auferstehung von den Toten, usw. Kein Mensch, mit Verstand, kann ernsthaft an so etwas glauben, einfach aus dem Grund, dass es jeder Welterfahrung widerspricht.
    Dazu kommt dann nach die Kreuzigung, um alle Menschen zu Erlösen. Na ja, wenn ich mir die heutige Welt so anschaue, hat dies wohl nicht funktioniert.
    Einige Gläubige nehmen die Bibel ja wörtlich und betrachten diese als das Wort Gottes, obwohl jedes einzelne Wort darin von Menschen geschrieben wurde.
    Betrachtet man die Bibel (also deren Inhalt) etwas ganauer, so kann man zumindest vermuten, welche Zwecke, von den Autoren verfolgt wurde. Diese sind:
    1. Der Versuch die Welt zu erklären.
    2. Wichtige geschichtliche Ereignisse festzuhalten.
    3. Frühes Gesetzbuch und moralischer Leitfaden.
    4. Ideologisches Machtinstrument.
    Dies sind jetzt nur die Punkte, die mir gerade wieder eingefallen sind. Es ist deshalb durchaus möglich, dass es noch mehr gibt. Aber gehen wir diese 4 Punkte doch einfach mal durch.
    Der erste Punkt ist nahe liegend und durchaus Nachvollziehbar, wenn man annimmt, dass sich die Menschen darüber Gedanken gemacht haben, wie ihre Welt Funktioniert und wie diese entstanden ist. Natürlich darf man hierbei keine heutigen wissenschaftlichen Maßstäbe, voraus setzen, sondern die Menschen haben versucht die Welt, so gut zu erklären, wie sie es eben mit ihrem begrenzten Wissen konnten, man kann Ihnen noch nicht mal übel nehmen, dass viele ihrer Annahmen und Beschreibungen falsch sind. Sie wussten es einfach nicht besser und hatten auch keine Möglichkeiten ihre Aussagen zu überprüfen. Mann muss immer Bedenken, dass die Menschen damals über die selbe Intelligenz verfügt haben, wie wir heute, nur standen Ihnen noch nicht die technischen Möglichkeiten zur Verfügung, die wir heute haben, um Wissenschaft zu betreiben, aber erste Ansätze, kann man in der Bibel durchaus erkennen.
    Ich gehe beim Zweiten Punkt davon aus, dass vielen Geschichten, wie sie in der Bibel stehen, ein wahrer Kern, von wirklichen Ereignissen, innewohnt, auch wenn diese Geschichten, sehr mit fantastischen Details ausgeschmückt wurden.
    Dies ist in etwa Vergleichbar, mit den Schriften von Homer, dessen Ilias auch auf einem wahren Ereignis beruht, welches aber sehr ausgeschmückt wurde.
    Viele Ereignisse, die in der Bibel stehen, wurden zunächst wohl nur mündlich von Generation zu Generation, weitergegeben und haben sich so im Laufe der Zeit, durch Fehler in der Überlieferung drastisch verändert, sodass nur noch eine Funke von Wahrheit erhalten blieb.
    Punkt 3 und 4 sind bei näherer Betrachtung nur ein Punkt. Dass der Inhalt der Schriften als politisches und ideologisches Machtinstrument verwendet wurde, liegt auf der Hand. Viele biblische Herrscher und deren Diener haben sich auf das göttliche berufen, um ihre persönlichen Machtansprüche durchzusetzen und um die Gesellschaft zu lenken. Das Konzept mit göttlichem Recht zu herrschen, zieht sich übrigens durch alle Religionen, zu allen Zeiten (z. B. die Kirche im Mittelalter) und findet sich heutzutage auch noch in der Sharia, des Islams.
    Ich kann persönlich nichts Göttliches an der Bibel finden, da es definitiv Menschen waren, die diese Niedergeschrieben haben. Zu behaupten, dass es sich bei der Bibel um Gottes Wort handelt, ist nicht bewiesen und extrem unwahrscheinlich. Wahrscheinliche ist, dass alles von Menschen erdacht worden ist.
    Verwunderlich ist hierbei nur, dass es in der heutigen Zeit immer noch Menschen gibt, die die Bibel wörtlich, für bare Münze nehmen und beispielsweise behaupten, dass die Erde erst 6000 Jahre alt ist, obwohl die moderne Wissenschaft, zweifelsfrei bewiesen hat, dass die Erde sehr viel älter ist.
    Die Bibel ist voll, von Logikfehlern und übernatürlichen Ereignissen, die sämtlichen Naturgesetzen widersprechen, die wir heute kennen. Als rational Denkender Mensch, kann ich diese Dinge also gar nicht ernst nehmen.
    Ich lese ja auch nicht Harry Potter und glaube danach, dass es eine Zauberschule namens Hogwarts gibt, oder dass Elfen, Zwerge und Orks durch die Welt laufen, nachdem ich Herr der Ringe gelesen habe. Warum sollte ich also die Fantastereien in der Bibel glauben, z. B. dass Menschen zu Salzsäulen erstarren oder dass Personen mehrere Jahrhunderte leben, obwohl es, außer dass es in der Bibel steht, keinerlei sonstigen Beweis (oder Quellen) gibt.
    Nun aber genug zur Bibel, wenden wir uns wieder der göttlichen Entität zu:
    Die Religionen behaupten ja auch, dass Gott allmächtig ist. So etwas wie Allmacht, kann es aber nicht geben, weil es gegen die Gesetze der Logik verstößt. Das Allmächtigkeitsparadoxon besagt, wenn Gott allmächtig ist, müsste diese Wesenheit in de Lage sein, einen Stein zu erschaffen, der so schwer ist, dass diese Entität, den Stein selbst nicht mehr hochheben kenn.
    Allmacht, bedeutet Beliebigkeit. Allerdings können beide Bedingungen (Aussagen) nie zusammen erfüllt sein, womit Allmacht, ausgeschlossen wird. Ist die zweite Bedingung erfüllt, dass Gott den Stein hochheben kann, so ist Gott nicht in der Lage einen unhebbaren Stein zu erschaffen und umgekehrt. Habe schon mal zu diesem Thema die jämmerlichen Versuche der Religionsfanatiker gelesen, dieses Paradoxon aufzulösen, aber logisch überzeugen, konnte mich keiner dieser Versuche. Sie können aber gerne ihr Glück versuchen.
    Gott existiert nicht, ist für die Entstehung und Funktion unseres Universums und alles was dazu gehört, nicht relevant, sondern ist eine rein fiktive Erfindung, von Menschen, die entweder persönliche (politische/ideologische), selbstsüchtige Ziele verfolgt haben oder es eben kein Besseres Konzept hatten, um die Welt um sich herum erklären zu können.
    Zudem fällt beim Glauben, egal um welche Religion es sich handelt, immer auf, dass sie stets anthropisch geprägt sind und jede für sich den Anspruch erhebt, die einzig wahrhaftig richtige Glaube zu sein.
    Ich behaupte nicht, dass die Wissenschaft heutzutage schon Alles weiß und vermutlich wird sie sogar niemals in der Lage sein Alles Haarklein erklären zu können, dass lehrt auch die Erkenntnistheorie nach Kant und es steht auch fest, dass es wissenstechnische Ereignishorizonte gibt, allerdings dadurch auf die Existenz eines Gottes zu schließen, oder dies sogar noch als einen Beweis, eben für jenen Gott anzusehen, spottet einfach jeder Beschreibung.
    Auch solche Vergleiche, wie den mit der radioaktiven Strahlung oder zum Atom, ist einfach nur unwissenschaftlich, unvollständig oder kurz gesagt, einfach lächerlich.
    Natürlich existierte diese Strahlung auch schon, bevor man sie messen konnte, oder man ihre genaue Natur erforscht und entschlüsselt hatte, die daraus folgende Implikation von Ihnen, die darauf abzielt, dass die Wissenschaft wohl noch nicht über das nötige Wissen verfügt, um Gott zu beweisen, ist nicht nur falsch, sondern auch noch der erbärmliche Versuch, die Wissenschaft zu diskreditieren.
    Der Unterschied, wodurch ihr Vergleich hinkt ist der, dass die Leute auch schon damals durch die radioaktive Strahlung krank geworden sind (eine Auswirkung die man natürlich bemerkt und gesehen hat), die Strahlung hat sich also real auf diese Welt ausgewirkt, etwas was man von Gott nicht behaupten kann, der sich nämlich überhaupt nicht zeigt.
    Auch der Vergleich mit den Atomen, dass diese Schon existiert haben, bevor man überhaupt wusste, dass es diese gibt, folgt dem gleichen Denkfehler. Zudem bedeutet das Wort Atom ursprünglich einfach nur unteilbar (heute wissen wir, dass Atome nicht unteilbar sind, sondern dass es noch kleinere Teilchen gibt, aus denen die Atome bestehen). Allerdings haben beide Forschungsgebiete, sowohl die radioaktive Strahlung, als auch die Teilchenphysik, gemeinsam, dass die Erkenntnisse, die wir heute haben, durch wissenschaftliche Forschung erbracht wurden. Auch der Computer, auf dem Sie ihren Text geschrieben haben, um diesen ins Internet zu stellen, wurde durch eben diese Wissenschaft möglich, die sie durch ihren Text zu diskreditieren versuchen.
    Wohingegen der einzige Hinweis für die Existenz eine göttlichen Entität in einem Buch zu finden ist, dass vor mehr als 2000 Jahren, von Menschen geschrieben wurde, denen die wissenschaftliche Methode, noch gänzlich unbekannt war und für dessen Wirkung und Existenz keinerlei Beweise existieren.

    Nun habe ich aber genug geschrieben und sie können sich gerne mit meinen Argumenten, ernsthaft, auseinandersetzen. Ich hoffe ihr Beweiß für die Existenz Gottes beinhaltet mehr, als den Verweis auf ein uraltes Buch.

    Grüße Sascha

    • Stephan Lange Stephan Lange
      25. Mai 2016    

      Lieber Sascha,

      danke erst einmal für Ihren guten & langen Kommentar. Ich versuche einmal, gebündelt darauf zu antworten.

      Ihr erster Abschnitt, der ich von „Hallo, ich bin Atheist bis wenn man rein gar nichts, über dieses Konzept weiß.“ sehe, irritiert mich ehrlich gesagt, da ich in meinem Leitartikel „Existiert Gott?“ genau die Punkte nicht tue, die Sie – völlig zu Recht – kritisieren (zB „Auf der einen Seite, wollen sie den Lesern dieses Blogs einreden, dass nur ein Schöpfer das Universum erschaffen haben kann.) Vielleicht lesen Sie einfach nochmal selbst nach > http://www.mitdenkend.de/existiert-gott-drei-rationale-gruende/

      Des Weiteren stellen Sie einige guten Fragen zum Thema „Hölle“. Da ich auf einen Großteil von ihnen allerdings schon bei der Beantwortung älterer Blogfragen zum Thema eingegangen bin, verweise ich auch einmal auf den entsprechenden Frage-Antwort-Bereich > http://www.mitdenkend.de/_ihre-argumente-gegen-gott-2/13-fragen-ueber-die-hoelle/

      Auch zu Ihrem Punkt, in dem Sie die große Anzahl der Sterne und Planeten im Universum thematisieren, denke ich, bereits etwas gesagt zu haben, vgl. hier http://www.mitdenkend.de/12/

      Kommen wir zu Ihren vier Punkten: Ich stimmt Ihnen vollkommen zu, dass die Menschen damals über die selbe Intelligenz verfügt haben wie wir heute. Ich sehe allerdings nicht, wo die biblischen Texte uns die Welt im Sinne eines naturwissenschaftlichen Ablaufs bzw. Protokolls erklären. Nicht einmal der Bericht in Gen1 zwingt zu dieser Ansicht.
      In Ihrem zweiten Punkt sprechen Sie von historischen Ereignissen, die ausgeschmückt wurden. Ich weiß nun natürlich nicht genau, welche Ereignisse Sie da konkret im Blick haben, mit Blick auf die Wahrheitsfindung ist aber nur ein historisches Ereignis von Interesse, wenn es um die Frage geht, ob es stimmt, was Christen glauben. Die neutestamentlichen Texte sind hier ja brutal ehrlich, wenn dort steht: „Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist euer Glaube eine Illusion! (1Kor 15,17) Über andere Ereignisse kann man sicherlich gut & sinnvoll diskutieren, wir müssen aber immer bedenken, dass sich die Stimmigkeit des christlichen Glaubens an der Frage nach der Auferstehung Jesu entscheidet.

      Die Punkte 3 u. 4 beschreiben Sie ja später selbst als einen einzigen. Allerdings ist es ja – bei allem Respekt – ein Fehldenken, dass es beim Christsein um einen gesetzliches und/oder moralischen Lebensstil handelt. Gerade das will ja die biblische Kernbotschaft gerade nicht. Und ich stimme Ihnen zu: Im Verlauf der Geschichte wurde die Bibel als politisches und ideologisches Machtinstrument verwendet. Das klappte aber wirklich nur solange, wie es die Machthaber mit einem Volk zu tun hatte, die die Bibel aufgrund Ihrer Übersetzungssprache nicht lesen konnte. Martin Luther kritisierte das Gleiche wie Sie und übersetzte die Bibel daher ins Deutsche – so konnte nun jeder selbst lesen, dass die biblische Botschaft recht gelesen keinerlei Möglichkeiten bietet, als Machtinstrument zu dienen.

      Später gehen Sie auf die Thematik „6000 Jahre/Schöpfung/Evolution“ ein, auch dazu ein Verweis auf eine bereits verfasste Antwort zum Thema > http://www.mitdenkend.de/200/

      Die Frage nach dem Stein, auf die Sie folgende Bezug nehmen, dürfte hoffentlich schon durch das Lesen des Leitartikels (http://www.mitdenkend.de/existiert-gott-drei-rationale-gruende/) sein. Wenn nicht, fragen Sie gerne noch einmal nach.

      Und auch Ihr Punkt „Gott existiert nicht, ist für die Entstehung und Funktion unseres Universums und alles was dazu gehört, nicht relevant.“ trifft ja eine spannende These der heutigen Zeit: „X existiert nicht, wenn X unrelevant ist.“ Ehrlich gesagt und in aller Höflichkeit habe ich große Bauchschmerzen, wenn es um die Richtigkeit dieser These geht… Aber dazu steht ja auch mehr im Leitartikel.

      Und dass Menschen zB im 7. oder 17. Jahrhundert an radioaktiver Strahlung erkrankt sind, ist mir ehrlich gesagt neu. Ich schaue da aber gerne noch einmal meine Unterlagen durch. Des Weiteren überblicke ich Ihre Kritik an meinem „Atom-Vergleich“ noch nicht. Sie sprechen von wissenschaftlicher Forschung, die die Existenz von Atomen nachgewiesen haben. Aber was ist den Zeiten in der Menschheitsgeschichte, als es noch keine wissenschaftliche Forschung gab, die Atomen auf die Spur kommen konnte z.B. im 7. Jahrhundert?

      Letztlich kann ich Ihre Sorge nachvollziehen, Sie aber auch beruhigen: Als ich mich als Atheist bzw. Agnostiker im Jahr 2008/09 dem christlichen Glauben neugierigerweise annäherte, habe ich die Bibel nicht als inspiriertes Buch wahrgenommen. Mein Werdegang, warum ich diesen Glauben dennoch angefangen habe, ernst zu nehmen, wird auch im Leitartikel beschrieben.

      Herzliche Grüße
      Stephan Lange

  5. Achim Binte Achim Binte
    3. August 2016    

    Ich bin schon so lange auf der Suche, nach einigermassen logischen Argumenten (obwohl in diesem Zusammenhang eigentlich widersprüchlich).

    Die aufgestellten Thesen finde ich sehr interressant und gerade jetzt, wo mein Vater gestorben ist suche ich nach dem „Etwas“ welches alles Schöne und zugleich den totalen Irrsinn dieser Welt für mich (er)lebbar macht.

    Eine Frage noch zur These , dass die Vergangenheit nicht erklär bzw beweisbar sein soll….
    Mit zB der Cäsium Methode kan jeder auf Kohelnstoff basiernende Gegenstand exakt datiert werden – und wer will
    wirklich behaupten, die alte Eiche in meinem Garten sei nicht 100 Jahre alt und wuchs schon vor 99 Jahren ??

    Vielen Dank – ich werde weiter aufmerksam lesen

    Achim

    • Stephan Lange Stephan Lange
      3. August 2016    

      Lieber Achim,

      danke für Ihren Kommentar erst einmal und natürlich mein aufrichtiges Beileid. Ich hoffe, Sie finden letztendlich was Sie suchen. Zu Ihrer Frage:

      Es geht mir eigentlich weniger um die Datierungsfrage, sondern vielmehr um Fragen wie: „Hat das Ereignis XY in der Vergangenheit stattgefunden?“ oder „Hat Person XY in der Vergangenheit wirklich gelebt?“ Wurde Cäsar einst wirklich in einem Theater ermordet oder hat er wirklich gelebt? Gut begründen kann man das (im Rahmen der modernen Geschichtsforschung) natürlich – aber naturwissenschaftlich nachweisen eben nicht. Das war mein Punkt.

      Herzliche Grüße
      Stephan

  6. Hartmut Hartmut
    16. September 2016    

    Mit den Spielregeln von Halma beweisen zu wollen, daß die Regeln von Schach falsch oder richtig seien, wäre Unsinn hoch drei. Dadurch stellt sich für mich die Frage, wie sinnreich es ist, die Frage um die Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes bzw. einer Ursache für alles Existierende mit Hilfe von religiösen Behauptungen klären zu wollen.

    Die zu beantwortende Grundfrage kann doch nur sein, ob es eine Ursache dafür gibt, daß überhaupt etwas existiert und nicht einfach nur „nichts“. Selbst wenn man annimmt, daß alles nur Zufall sei, dann wäre auch ein solcher Zufall die Ursache und damit existent.

    Geht man weiter davon aus, daß dann, wenn es nur eine Sache gibt und daneben nichts anderes, alles daraus weiter Entstandene zwangläufig nur Teil dieser Sache sein kann, dann ist Ursache und Existenz bei der Gottesfrage eins.

    Es ist deshalb irrelevant, ob man als Begriff Ursache, Zufall, Existenz, Dasein oder Gott verwendet, wenn alle diese Begriffe unter dem Strich dasselbe bedeuten. Wie sinnvoll ist z. B. ein Streit darüber, ob es ein Dasein gibt oder nicht, und ob alles, was innerhalb dieses Daseins als Teil des Ganzen existiert, von der Existenz des Daseins abhängig ist oder nicht?

    Sofern aber Uneinigkeit darüber besteht, ob Gott etwas Lebendiges ist, dann läßt sich auch das durch einen Begriffsaustausch klären. Das Dasein selbst enthält Leben, und Leben ist Teil des Daseins, so wie auch das Leben Teil des lebendigen Menschen ist. Wir hinterfragen nicht, ob lebende Menschen lebendig sind. Ebenso streiten wir nicht ab, daß auch abgestorbene Hautzellen Teil des ganzen Menschen sind, solange sie noch nicht abgefallen sind. Wie sinnreich ist also die Frage, ob das Dasein als solches lebendig ist?

    • Stephan Lange Stephan Lange
      17. September 2016    

      Lieber Hartmut,

      danke für Ihren Kommentar. Aus theistischer Sicht besteht freilich keinerlei Uneinigkeit darüber, ob Gott lebendig ist. Das ist vielmehr die theistische These: Gott existiert, er ist das in jeder Hinsicht maximale Wesen (max. gerecht, max. liebend, max. liebend etc.). Zwischen Gott und dem abstrakten Zufall besteht also durchaus ein elementarer Unterschied.

      Und die Frage ist letztendlich ja: Ist es vernünftig, von der Existenz eines (lebendigen) Gottes auszugehen? Hierfür würde ich eben plädieren, vgl. http://www.mitdenkend.de/existiert-gott-drei-rationale-gruende/

      Herzliche Grüße
      Stephan Lange

  7. Anonym Anonym
    22. März 2017    

    Ich bin Atheist, finde aber diesen Text trotzdem sehr gut. Er ist nicht sehr subjektiv, was gut ist, aber Sachlich. Er hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Danke

    Ich werde wahrscheinlich trotzdem nicht Religiös.

    • Stephan Lange Stephan Lange
      23. März 2017    

      Danke für das positive Feedback! 🙂

      Und danke auch, dass Sie nicht religiös werden wollen – das will ich schließlich auch nicht.

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